Die THG-Quote war 2022 ein kleiner Geldsegen für E-Auto-Fahrer — bis zu 400 € jährlich für nichts weiter als die Kopie des Fahrzeugscheins. 2026 ist die Realität nüchterner: Die Prämien sind dramatisch gefallen. Aber: Es gibt sie noch. Und wer geschickt vergleicht, holt sich auch 2026 noch ein nettes Sümmchen ab.
Was ist die THG-Quote überhaupt?
Mineralölkonzerne sind gesetzlich verpflichtet, ihren CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Wenn sie es selbst nicht schaffen, müssen sie Zertifikate kaufen — von E-Auto-Fahrern. Du als E-Auto-Halter bekommst die Quote zugesprochen und verkaufst sie über einen Vermittler an die Industrie. Daraus entsteht deine THG-Prämie.
Was zahlen Anbieter 2026 wirklich?
Realistische Range pro PKW im Jahr 2026:
- Untere Grenze: 60–80 € (für sofortige Auszahlung)
- Mittel: 80–110 €
- Optimistisch: bis 150 € (mit Risiko-Option / Erfolgsbeteiligung)
Zum Vergleich: 2022 waren noch 350–420 € drin. Der CO₂-Zertifikatspreis ist eingebrochen — daran kannst du nichts ändern.
Die wichtigsten Anbieter im Vergleich
Sofort-Auszahlung (sicher, niedriger)
Du bekommst dein Geld innerhalb von 1–4 Wochen, der Anbieter trägt das Markt-Risiko. Beispiele: Geld-für-eAuto, Emobia, Smartificate, ADAC e-Charge. Auszahlung 2026: 60–90 €.
Spätere Auszahlung (höher, geduldig sein)
Du wartest 6–12 Monate, dafür mehr Geld. Anbieter: fairnergy, eQuota, e-Quote. Auszahlung: 90–120 €.
Erfolgsbeteiligung (Risiko, höchstes Potenzial)
Du bekommst einen Prozentsatz des realisierten Verkaufspreises — der kann höher oder niedriger ausfallen. Manche Anbieter wie M3E bieten das an. Mögliche Auszahlung: 80–150 €.
So entscheidest du richtig
- Brauchst du das Geld jetzt? → Sofort-Auszahlung wählen, auch wenn es weniger ist
- Kannst du warten? → Späte Auszahlung mit höherem Festpreis
- Hast du Spielergeist und Geduld? → Erfolgsbeteiligung — kann auch nach hinten losgehen
Mein Rat: Bei den aktuellen Preisen nicht zu lange grübeln. Der Unterschied zwischen 70 € und 100 € rechtfertigt selten 6 Monate Wartezeit auf Geld, das du jetzt anlegen oder verwenden könntest.
Was du wissen musst — wichtige Details
Fahrzeugschein-Foto reicht aus
Du musst keine Vollmacht-Originale verschicken. Ein Foto oder Scan des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) genügt. Wichtig: Vor- und Rückseite, lesbar.
Wer kann mitmachen?
Halter eines vollelektrischen PKW (mit „BEV" als Antriebsart im Schein). Plug-in-Hybride sind seit 2024 nicht mehr berechtigt. Auch E-Motorräder ab 2026 zählen.
Wann anmelden?
Immer im laufenden Kalenderjahr. Wer 2026 sein E-Auto fährt, kann bis ca. Februar 2027 die Quote für 2026 einreichen — danach verfällt der Anspruch. Wer also seit 2 Jahren E-Auto fährt und es nie eingereicht hat: Verpasstes Geld.
Steuer?
Privat genutzt: steuerfrei. Wer das Auto geschäftlich nutzt oder als Selbstständiger / Firma fährt: ggf. steuerpflichtige Einnahme. Im Zweifel: Steuerberater fragen.
Worauf bei Anbietern achten?
- Festpreis garantiert? Nicht „bis zu 250 €" — sondern „garantiert 80 €".
- Auszahlungszeitraum: Maximum 8 Wochen ist OK, alles drüber riskant
- Bewertungen: Trustpilot oder Google-Rezensionen prüfen
- Sitz in Deutschland: einfacher bei Problemen
🧮 Wie viel bekommst du genau?
Unser THG-Quoten-Rechner zeigt dir die aktuellen Top-Anbieter und deren Auszahlung — Stand 2026.
THG-Quote berechnen →Fazit
Die THG-Quote ist 2026 kein Goldesel mehr — aber 70–110 € im Jahr sind immer noch besser als nichts. Wer die Auszahlung pünktlich beantragt, kann das Geld zum Beispiel für einen Wallbox-Stromkosten-Zuschuss oder den Jahres-Service nutzen. Und nicht vergessen: Jedes Jahr neu einreichen. Es geht nicht automatisch.